Unsere Hörbücher zum Thema Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus, dessen Wirken sich von den Anfängen in der Weimarer Republik über die Machergreifung ab 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erstreckt, ist in der Vielzahl seiner Verbrechen, der begangenen Gräueltaten und der damit verbundenen Prägung nicht nur einer Generation, eine schwer zufassende Thematik. Literarische Annäherungen, die Schilderung von Zeitzeugenberichten und die biographischen Aufarbeitungen historischer Personen können dabei behilflich sein eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven zu ermöglichen.
Eine Perspektive zur Aufbereitung des Nationalsozialismus bilden die Hauptverantwortlichen – die Täter – des NS-Regimes. Durch detaillierte Biografien, die die Lebenswege sowie die begangenen Verbrechen und ihre Erklärungsversuche aufgreifen, wird eine Annäherung an ihre inneren Welten und ihren Antrieb versucht.
Die zentrale Täterfigur ist zweifelsohne Adolf Hitler. Zu ihm hat Hierax Medien bereits einige Biografien als Hörbuch publiziert.Der renommierte Experte für den Nationalsozialismus Hans-Ulrich Thamer zeigt in seiner Biografie unter anderem auf, durch welche Strategien Hitler das Volk für sich gewinnen konnte.Der Historiker Wolfgang Schieder untersucht oder stellt dar , wie der Diktator strategisch ein totalitäres faschistisches System aufgebaut hat. In Bezug auf den aktuellen weltweiten Faschismus-Aufschwung und den Rechtsruck finden sich Parallelen, weshalb dieses Hörbuch erschreckend relevant – und somit sehr hörenswert ist.
Wer einen ausgeweiteten historischen Kontext rundum die Weimarer Republik als „Wegbereiter des Nationalzoszialismus“ wünscht, findet in Sebastian Haffners „Von Bismarck zu Hitler“ Antworten.
Eine der umfangreisten Hitler-Biografien hat Joachim Fest bereits 1973 verfasst. Sie wurde schnell zu einem Standardwerk. Heute ist diese literarisch wertvolle Biografie mit einer Länge von über 40 Stunden immer noch hörenswert. Fests psychologische Perspektive, die Hitler als eine von Ideologie getriebene Figur versteht, bietet eine Annäherung an die hypnotisierend-destruktive Persönlichkeit Hitlers.
Über den zweiten Mann im NS-Regime den Reichsmarschall Hermann Göring bietet Hierax Medien verschiedene Biografien. Andreas Molitor schreibt über Hermann Göring, der sich durch seinen scheinbar unstillbaren Machthunger auszeichnet und eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des Holocaust spielte.
Guido Knopps Biografie zeigt die skrupellose Karriere Görings. Zum Propagandaminister Joseph Goebbels bietet das Standardwerk des renommierten Ralf Georg Reuth ein umfassendes Bild.
Die Biografie „Joseph Goebbels“ vonJörg von Bilavsky hebt die Skrupellosigkeit Goebbels hervor.
Lange Zeit galt Albert Speer – ebenso Verantwortlicher des NS-Systems – als Alibi für die Entschuldigung „Wir haben es doch nicht gewusst“. Heinrich Breloer hat mit seinem auf dem Doku-Drama „Speer und Er“ basierenden Buch dem Rüstungsminister Albert Speer die Maske des unschuldigen Mitläufers entrissen. Ebenso hat Bettina Stangneth mit ihrer Biografie zu Adolf Eichmann aufgedeckt, dass Eichmann kein nur Befehle ausführender Beamter war, sondern ein Überzeugungstäter – ein überzeugter Antisemit.
Manfred Görtemaker schreibt über den engen Vertrauten Hitlers – seinen mysteriösen „Stellvertreter“ Rudolf Heß – auf Basis von fast 20 Jahren intensiver Recherche. In „Hanns und Rudolf“ von Thomas Harding geht es um das Aufspüren des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß, der konkret an der Organisation der Hinrichtungen in diesem KZ beteiligt war.
Ebenfalls direkt am Holocaust involviert war Amon Leopold Göth, „Der Henker“, wie ihn Johannes Sachslehner in seiner Biografie nennt. Im Zwangsarbeitslager Plaszów spielte er als Kommandant unfehlbarer, gnadenloser Gott, indem er scheinbar gewissenlos über Leben und Tod entschied. In Steven Spielbergs preisgekrönten Film „Schindlers Liste“ wird dieser skrupellose Täter von Ralph Fiennes dargestellt.
Während durch diese Biografien versucht wird, die Verbrecher und ihr System samt ihres zerstörerischen Weltbilds zu entlarven – gibt es noch die niemals zu ignorierende Perspektive der Opfer und dieses menschenverachtenden Regimes.
Diese Menschen, die die Gräueltaten der Verantwortlichen durchlebten – überlebten – haben dem unaussprechlichen Leid Worte verliehen. Ein Leid, das man sich immer wieder vor Augen halten muss, sodass es nicht in Vergessenheit gerät. Ihre Lebensgeschichten und Berichte dienen als Warnung dafür, wohin Totalitarismus, Diskriminierung und Hass führen kann – und sie plädieren für mehr Menschlichkeit.
Mit David G. Marwell hat Hierax Medien das Standardwerk zu Josef Mengele (»Biografie eines Massenmörders«) veröffentlicht. In Auschwitz sorgte er für unvorstellbare Qualen, die in den Autobiografien der Zeitzeugen zur Bewahrung festgehalten werden.
Die Zeitzeugin Eva Mozes Kor berichtet in „Ich habe den Todesengel überlebt“, wie sie, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester, die verachtenswerten Experimente des Auschwitz-Arztes Josef Mengele überlebte. Die Schwestern mussten Hunger, Krankheit und unmenschliche Hygienebedingungen aushalten. Ein leicht verständlicher, aber emotionaler Bericht, der wachrüttelt und entsetzt.
In Lidia Maksymowicz „Ich war zu jung, um zu hassen“ berichtet die Belarussin ebenfalls von den Menschenexperimenten des „Todesengels“, denen sie im jungen Alter von 3 Jahren ausgesetzt wurde. Durch die Liebe ihrer Mutter war sie eine der wenigen Kinder, welche die „Kinderbaracke“ überlebte. Auch ihre Mutter schaffte es. Erst 17 Jahre nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee, vereint sie sich wieder mit ihr. Maksymowicz plädiert als Shoa-Aktivistin ganz klar für ein Nicht-Vergessen des Holocaust und lässt in ihrer Autobiografie keine Details aus, egal wie schrecklich.
Ginette Kolinka schreibt in „Rückkehr nach Birkenau“ über ihre Erlebnisse in Auschwitz-Birkenau – und das nachdem sie lange schwieg. Es geht um die Entmenschlichung, die Gewalt, die Kälte. Aber auch darum, was ihr Würde und die Kraft zum Überleben gab.
Miklos Nyiszli war nicht nur Häftling in Auschwitz – als Gerichtsmediziner war er Teil des Sonderkommandos in den Krematorien des Vernichtungslagers. So hatte er eine erweiterte Perspektive auf die durchtakteten Abläufe – dessen Grauen nur „Im Jenseits der Menschlichkeit“ verortet werden kann.
„Geboren im KZ“ von Eva Gruberova zeigt die Perspektive zweier Frauen, die im KZ Dachau Kinder zur Welt brachten. Als Mütter war ihr Überlebenswille an ihre Kinder geknüpft – sie gaben ihnen Bedeutung und Kraft in einer Umgebung, in der genau dies fehlte.
Einen tieferen Einblick in das System der deutschen Konzentrationslager das große Standardwerk „Der SS-Staat“ von Egon Kokon.
Außerdem publiziert Hierax Medien die Biografien jener, die sich dem NS-Regime entgegen stellten und Widerstand leisteten.
Darunter fällt Georg Elser. Ein Mann, der Adolf Hitler im November 1939 mit einer Bombe getötet hätte – hätte dieser nicht vorzeitig den Saal verlassen. Seine Geschichte erzählt der Historiker Wolfgang Benz in „Allein gegen Hitler“ nach. Tobias Kniebe wirft in „Operation Walküre“ ein Licht auf die Geschehnisse des 20. Juli 1944, als Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Wehrmachtsoffizier, zusammen mit weiteren Widerständlern einen Staatsstreich plant und einen Mordanschlag auf den „Führer“ verübt. Dieser wird nur leicht verletzt. Graf von Stauffenberg wiederum wird noch in derselben Nacht von regimetreuen Offizieren erschossen. Thomas Karlauf hat mit seiner Biografie zu Stauffenberg, besonders dessen innere Haltung exzellent dargestellt. Stauffenberg und Elser sind die großen bekannten Gegner des NS-Regimes.
Darüber hinaus gab es ebenfalls viele „stille Helden“. Hierax Medien veröffentlicht auch diese unbekannteren Geschichten. Denn auch im Kleinen gab es einen passiven Widerstand, indem gegen die unrechten Vorschriften des Systems rebelliert wurde. Dirk Reinhardts Roman „Edelweißpiraten“ basiert auf der gleichnamigen Jugendbewegung, die sich vor allem gegen die Hitlerjugend auflehnte.
Diese Hörbücher sollen aufrütteln. Die Biografien sind als Erinnerung, als Mahnung und als Verpflichtung zu verstehen – dafür, dass solch menschenverachtende Umstände und Wertvorstellungen nie wieder entstehen. Das Leid, das durch das NS-Regime und den Holocaust entstanden ist, zieht sich durch Generationen und wird nicht an Relevanz verlieren.
